Grenzsteine verschwunden? Das müssen Eigentümer beachten

Grenzsteine markieren die Grenzen eines Grundstücks und sind somit ein wichtiger Bestandteil der Liegenschaft. Doch was passiert, wenn sie plötzlich verschwunden sind? Dieser Artikel erklärt, welche Schritte Eigentümer in so einem Fall unternehmen sollten und wie ein professionelles Vermessungsbüro dabei helfen kann.
Warum Grenzsteine so wichtig sind
Grenzsteine, auch Grenzmarken genannt, dienen der eindeutigen Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen. Sie werden von einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur gesetzt und im Liegenschaftskataster dokumentiert. Damit haben sie eine rechtlich bindende Funktion und schützen Eigentümer vor Grenzstreitigkeiten mit Nachbarn.
Jeder Grenzstein hat eine individuelle Nummer und ist mit seiner Position im amtlichen Koordinatensystem registriert. So lässt sich jederzeit zweifelsfrei feststellen, wo genau die Grundstücksgrenze verläuft. Das ist nicht nur bei Grundstücksteilungen oder -verkäufen wichtig, sondern auch bei baulichen Maßnahmen wie dem Errichten eines Zauns oder einer Garage.
Mögliche Ursachen für das Verschwinden von Grenzsteinen
Es gibt verschiedene Gründe, warum Grenzsteine verschwinden können:
- Diebstahl: Leider kommt es immer wieder vor, dass Grenzsteine mutwillig entfernt werden, sei es aus Unwissenheit oder böser Absicht.
- Überbauung: Bei Bauarbeiten auf dem Grundstück oder in der Nähe der Grenze werden Grenzsteine manchmal versehentlich überbaut oder beschädigt.
- Überdeckung: Mit der Zeit können Grenzsteine durch Erde, Laub oder Bewuchs überdeckt werden und sind dann nicht mehr sichtbar.
- Verwitterung: Sehr alte Grenzsteine können mit den Jahren verwittern und auseinanderfallen, sodass sie irgendwann nicht mehr auffindbar sind.
Egal aus welchem Grund Grenzsteine verschwunden sind - Grundstückseigentümer sollten schnell handeln, um mögliche rechtliche Probleme zu vermeiden. Denn fehlen die Grenzmarken, ist die Grundstücksgrenze nicht mehr eindeutig bestimmbar.
Vorgehen bei verschwundenen Grenzsteinen
Stellen Eigentümer fest, dass einer oder mehrere Grenzsteine auf ihrem Grundstück fehlen, ist der erste Schritt, beim zuständigen Kataster- oder Vermessungsamt nachzufragen. Dort sind alle Informationen zu den amtlich eingemessenen Grenzpunkten dokumentiert. Die Behörde kann eine Kopie des Messungsprotokolls mit den exakten Koordinaten der Grenzsteine zur Verfügung stellen.
Mit diesen Daten beauftragt der Eigentümer am besten einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur mit der Wiederherstellung der Grenzsteine. Dieser wird anhand der Koordinaten und spezieller Messverfahren die ursprüngliche Position der Grenzmarken ermitteln und neue Steine setzen. Anschließend erfolgt eine Einmessung der neuen Grenzsteine und deren Übernahme ins Liegenschaftskataster.
Es ist wichtig zu wissen, dass nur ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur befugt ist, rechtsgültige Grenzsteine zu setzen. Eigentümer dürfen das nicht eigenmächtig tun, auch wenn sie die ungefähre Position noch kennen. Denn selbst wenige Zentimeter Abweichung können weitreichende Konsequenzen haben, bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarn.
Die Kosten für die Wiederherstellung von Grenzsteinen trägt in der Regel der Grundstückseigentümer. Es sei denn, der Verursacher des Verschwindens ist bekannt und hat vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt. Dann kann dieser haftbar gemacht werden.
Vorsorge durch regelmäßige Kontrolle
Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, die Grenzsteine auf dem eigenen Grundstück regelmäßig zu kontrollieren, mindestens einmal im Jahr. Dabei sollte man auch die Abstände zu markanten Punkten wie Hauswänden oder Zaunpfosten überprüfen und dokumentieren. So merkt man schnell, falls sich etwas verändert hat.
Bei Unklarheiten oder wenn die Grenzsteine nicht mehr auffindbar sind, kann ein Gang zum Vermessungsbüro sinnvoll sein. Die Experten dort können anhand der Unterlagen im Liegenschaftskataster den korrekten Grenzverlauf überprüfen und gegebenenfalls wiederherstellen.
Fazit
Verschwundene Grenzsteine sind ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit der Hilfe des zuständigen Vermessungsamts und eines öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs lässt sich die Grundstücksgrenze wiederherstellen. Wichtig ist, dass Eigentümer nicht eigenmächtig neue Grenzsteine setzen, sondern die Sache Profis überlassen.
Regelmäßige Kontrollen der Grenzmarken können helfen, ihr Verschwinden frühzeitig zu bemerken und Probleme zu vermeiden. Im Zweifelsfall ist ein Vermessungsbüro der richtige Ansprechpartner, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Denn nur mit eindeutig markierten Grenzen ist ein Grundstück rechtlich sicher.








